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Wirtschaft fordert Stärkung der Schienenachse Main-Donau

15 Wirtschaftskammern richten Resolution an Bundesverkehrsminister

19. Juni 2020

Die Schienenachse Main-Donau führt von Frankfurt über Nürnberg, Regensburg und Passau weiter nach Wien und Budapest und ist damit Teil des transeuropäischen Schienennetzes, des sogenannten "TEN-Korridors". Die Strecke ist sowohl wichtig für regionale und überregionale Verbindungen im Personenverkehr als auch für den internationalen Güterverkehr auf der Schiene. Beides wird in Zukunft noch zunehmen, doch die Schienenstrecke ist bereits jetzt überlastet und muss daher ertüchtigt werden – dafür haben sich 15 Wirtschaftskammern entlang der Strecke in einer Resolution ausgesprochen, die unter anderem an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übersandt wurde. "Uns geht es um eine Ertüchtigung der Gesamtstrecke, besonders aber um unseren Abschnitt bis Regensburg. Dort finden sich auch die wichtigen ICE-Halte Straubing, Plattling und Passau", erläutert Thomas Leebmann, Präsident der IHK Niederbayern. Bereits 2014 hatte eine Untersuchung der IHK Niederbayern die Notwendigkeit der Ertüchtigung der Gesamtstrecke benannt. Wo sinnvoll und machbar, solle das auch für den Abschnitt Regensburg-Passau gelten, der durch das topografisch schwierige Donautal führt. "Die Züge fahren hier langsam, das merkt jeder, der auf dieser Strecke mit dem ICE unterwegs ist", sagt Leebmann. Das Ziel dabei ist, die Kapazitäten insgesamt zu erweitern, eine zu anderen Teilregionen vergleichbare Reisegeschwindigkeit der Züge zu ermöglichen und die gesamte Strecke attraktiver zu machen.

Die niederbayerische Wirtschaft sei auf eine leistungsfähige Bahnverbindung angewiesen, betont der IHK-Präsident. Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, stützt diese Position: "Die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungskraft unserer Betriebe ist nicht erst in der Corona-Krise besonders gefordert. Der bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrswege ist eine Dauerforderung der Wirtschaft, und diese international wichtigste Bahnstrecke in unserer Region gehört hier unbedingt dazu." Dies füge sich nahtlos in die Planungen des Bahn-Zukunftsprojekts "Deutschland-Takt 2030" ein, betonen Handwerkskammer und IHK.

Über die Schienenachse Main-Donau wird ein Großteil des Güterverkehrs zu den Seehäfen abgewickelt, aber auch Verbindungen nach Mittel- und Südosteuropa laufen darüber. Zunehmend gewinnen auch Verbindungen via Nürnberg oder auch Wien weiter nach Asien an Bedeutung, beispielsweise ins chinesische Chengdu. Die Strecke hat damit Potenzial, zu einer Verlängerung der "Neuen Seidenstraßen" zu werden. Ausdrücklich bekräftigen die Wirtschaftskammern aber, dass trotz dieser überregionalen Initiative an einer besseren Verkehrsinfrastruktur für den gesamten niederbayerischen Wirtschaftsraum gearbeitet werden muss, von der Weiterentwicklung der wichtigen Straßenverbindungen bis zum zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke Plattling-Landshut.

Stachel Christian Fotowerkstatt Gahr

Christian Stachel

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