Wollen beim Tag des Handwerks möglichst viele Schülerinnen und Schüler für Handwerksberufe begeistern (v. re.): HWK-Vizepräsident Richard Hettmann, HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, HWK-Vizepräsidentin Kathrin Zellner, Staatsminister Hubert Aiwanger und der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt.
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Wollen beim Tag des Handwerks möglichst viele Schülerinnen und Schüler für Handwerksberufe begeistern (v. re.): HWK-Vizepräsident Richard Hettmann, HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, HWK-Vizepräsidentin Kathrin Zellner, Staatsminister Hubert Aiwanger und der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt.

Startschuss für den Tag des Handwerks in Niederbayern"Endlich mal etwas anderes, als nur in der Schule sitzen"

27. Februar 2023

Startschuss für den "Tag des Handwerks" im Passauer HWK-Bildungszentrum: Mit viel Politprominenz wurden am ersten Schultag nach den Faschingsferien rund hundert Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Vilshofen in den modernen Werkstätten der Handwerkskammer begrüßt. Die Jugendlichen duften einen Schultag lang in den Werkstätten schleifen, stanzen oder mauern. Sehr zur Freude von Staatsminister Hubert Aiwanger: "Jeder Schüler, der Abitur macht, sollte auch einen Nagel in ein Stück Holz einschlagen können", sagte der bayerische Wirtschaftsminister – um anschließend in der Schreinerwerkstatt mit wenigen beherzten Schlägen selbst ein paar Nägel in einem Holzblock zu versenken.



Schüler standen selbst an der Werkbank

"Schaut euch das alles hier ganz genau an", riet er den Gymnasiasten, "denn vielleicht wollt ihr das Handwerk einmal in eure Berufswünsche integrieren." Angesichts des Fachkräftemangels hofft auch HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger in puncto Nachwuchsgewinnung auf die mittelfristigen Effekte des Tags des Handwerks: "Wir wollen heute klarmachen, dass das Handwerk alles kann: Tradition und Moderne. Und darum werden wir diesen verpflichtenden Tag des Handwerks an den bayerischen Schulen zusammen mit unseren Betrieben, Innungen und Kreishandwerkerschaften in den nächsten Jahren weiter etablieren und ausbauen." HWK-Vizepräsident Richard Hettmann richtete in seiner Begrüßung ein ausdrückliches Lob an die Politik: "Endlich hat man dort begriffen, wie wichtig das Handwerk ist und diesen Tag des Handwerks ins Leben gerufen."

In Bayern gibt es für Schüler aller allgemeinbildenden Schulen ab dem Schuljahr 2022/2023 einen verpflichtenden "Tag des Handwerks". Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bietet dafür schwerpunktmäßig in der Woche vom 27. Februar bis zum 3. März 2023, aber auch während des gesamten Schuljahres, in ihren Bildungszentren spezielle Berufsorientierungstage an. Schüler aller Schularten erhalten in den verschiedensten Werkstätten einen praxisnahen Einblick in die spannenden Ausbildungsberufe und hervorragenden Karrieremöglichkeiten im Handwerk. Allein im Passauer HWK-Bildungszentrum werden in der kommenden Woche insgesamt rund 400 Schüler an den Werkbänken stehen.



Achtklässler durften Werkstücke mit nach Hause nehmen

Staatsminister Hubert Aiwanger, Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper, der stellvertretende Landrat Hans Koller, der Landtagsabgeordnete Professor Gerhard Waschler und viele weitere Ehrengäste waren am Montag in Passau beim offiziellen Startschuss mit dabei. Insgesamt acht Gewerke konnten die Schüler kennenlernen. Die Achtklässler durften Vieles selbst ausprobieren und auch selbst gemachte Werkstücke – zum Beispiel einen Flaschenöffner in Form eines Holzhobels, ein kleines Metallauto oder selbst gemachte Pralinen – mit nach Hause nehmen. Involviert waren die Bereiche SHK, Metall, Kfz, die Schreiner- Zimmerer- und Maurer-Werkstätten sowie die Konditoren. Im Bürotrakt wurde außerdem das Erstellen von Angeboten und Kalkulationen erklärt.

Die Gymnasiasten konnten sich je nach persönlichem Interesse selbst in die verschiedenen Gruppen einteilen – und waren begeistert. Der 14-jährige Lorenz Witzlinger aus der Klasse 8a zum Beispiel könnte sich "sehr gut vorstellen" in ein paar Jahren Zimmerer oder Schreiner zu werden: "Mein Vater ist Zimmerer und ich arbeite wirklich sehr gerne mit Holz." Und die 13-jährige Marlene Hainzl aus der 8a freute sich, dass sie bei den Zimmerern ihre Mathekenntnisse "endlich einmal in der Praxis anwenden" konnte: "Ich hätte nie gedacht, wie viel Mathematik man in diesem Beruf braucht." Bei den Maurern durften die Jugendlichen ein Mauerwerk aufbauen. Für den Achtklässler Michael Erndl eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. "Das ist endlich mal was anderes, als nur in der Schule herumzusitzen. Wir haben heute gelernt, wie man ein Eck mauert, und das war wirklich sehr interessant", schwärmte er von seinem Tag in den HWK-Werkstätten.