Lehrstellensituation in Ostbayern
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Über 5.500 Azubis absolvieren aktuell ihr erstes Lehrjahr im ostbayerischen Handwerk. Das holzverarbeitende Gewerbe, darunter die Schreiner, konnte seinen Lehrlingsbestand erhöhen.

5.516 neue Azubis für das ostbayerische Handwerk

26. Februar 2019

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz zieht Bilanz: 5.516 Azubis begannen im Jahr 2018 eine Ausbildung im ostbayerischen Handwerk. Im Vergleich zum Vorjahr ist das mit 183 weniger besetzten Stellen ein Minus von 3,21 Prozent. "Auch wenn die demografische Entwicklung und der ungebrochene Trend zur Akademisierung einen Rückgang der Lehrlingszahlen erwarten ließen, so ist doch festzuhalten, dass das Handwerk die Attraktivität der Ausbildung noch stärker herausstellen muss", kommentiert Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, die Jahresauswertung der Ausbildungsstellensituation.

 Kfz-Mechatroniker ist der häufigste Ausbildungsberuf

Doch es gebe auch Berufsgruppen, die im Wettbewerb gut dastehen, so Schmidt. Beispielsweise hat das holzverarbeitende Gewerbe seine Lehrlingszahlen um fast fünf Prozent erhöhen können. Die Berufe Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Maurer verzeichnen ebenfalls Zuwächse bei den Lehrlingszahlen. Die beliebtesten Lehrberufe in Niederbayern und der Oberpfalz sind nach wie vor: Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Schreiner und Friseur. Diese machen 42 Prozent des Gesamtbestandes im ersten Lehrjahr aus.

 Intensives Werben um Azubis ist notwendig

53 Prozent der Lehrlinge verfügen über einen Mittelschulabschluss. Der Anteil der Auszubildenden mit mittlerer Reife ist auf etwa 35 Prozent angestiegen. Knapp neun Prozent der Jugendlichen haben die Fachhochschul- oder Hochschulreife, was ebenfalls einem leichten Plus entspricht. "Das ist ein Indiz, dass unsere Werbung für eine Lehre im Handwerk fruchtet", sagt Hans Schmidt. Die duale Ausbildung werde verstärkt als gleichwertige Option zur akademischen Laufbahn angesehen. Laut Schmidt zeige das auch, dass sich die Nachwuchskampagnen des bayerischen Handwerks wie "Macher gesucht", "Elternstolz" und die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks lohnen. "Handwerkskammern, Betriebe und Verbände lassen nicht nach, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und ihnen die Karrierechancen aufzuzeigen."

 Karriere für jeden – Handwerk ist mehr als eine Alternative

Was für Betriebe eine Herausforderung ist, ist andererseits für Jugendliche eine große Chance. Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen erhöht die Optionen junger Menschen, einen ihren Neigungen entsprechenden Ausbildungsplatz in Heimatnähe zu finden. "Mit über 130 Berufen und zahlreichen Weiterbildungsangeboten ermöglicht das Handwerk jedem Talent eine berufliche Zukunft", weiß Schmidt. Außerdem suchen in den kommenden zehn Jahren 11.000 Handwerksbetriebe im Kammergebiet einen Nachfolger.

Stv. Hauptgeschäftsführerer Hans Schmidt

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