Reihe 1 von links: Alois Prantl (Berufsschule), Claudia Thamm (Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft), Obermeister Rainer Hofmann, Obermeister Andreas Peter, Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, Kreishandwerksmeister Andreas Träg, stv. Obermeister Alfons Krotter. Reihe 2 von links: Obermeister Josef Lindner, Andreas Keller (Handwerkskammer), stv. Obermeister Tobias Schmauser, stv. Obermeister Matthias Gruss, Obermeister Christoph Kaiser, Obermeister Johann Semmelmann. Reihe 3 von links: Obermeister Stefan Kiendl, Lisa Muggenthaler, Thomas Böhm, stv. Obermeister Guido Carniato, Obermeister Mario Kunzendorf, stv. Obermeister Felix Eigl
Aus der KreishandwerkerschaftOberbürgermeister Burger im Austausch mit Unternehmern der KHS Regensburg
Regensburg soll handwerksfreundlicher werden. Das zumindest wünscht die Kreishandwerkerschaft Regensburg, die im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung kürzlich in der städtischen Berufsschule II hierzu Oberbürgermeister Thomas Burger Vorschläge unterbreitete.
So stört sich das Handwerk seit Jahren daran, dass die Stadtverwaltung Raummieten erhebt, sobald in einer Berufsschule Gesellenprüfungen stattfinden – wohlgemerkt an normalen allgemeinen Schultagen und für die selben Räume, in denen schon drei Jahre Ausbildung der Betroffenen stattgefunden haben. Allein 2025 summierten sich diese städtischen Rechnungen auf einen fünfstelligen Betrag, die von den ausbildungswilligen Betrieben im Rahmen der Prüfungsgebühr gezahlt werden müssen. Im Sinne der Förderung von dualer Ausbildung empfiehlt die KHS, auf solche nicht nachvollziehbaren Raumkosten zu verzichten oder sie mindestens erheblich zu senken. Oberbürgermeister Burger sicherte zu, dies zu prüfen.
Zuvor hatte Burger in seinem Kurzvortrag bereits auf aktuelle Entwicklungen in der Stadt hingewiesen und über die Perspektiven für Handwerk und Wirtschaft in Regensburg informiert. Dabei betonte er die Bedeutung des Handwerks als Wirtschaftsfaktor, Ausbildungsanbieter und unverzichtbarer Partner für die Entwicklung der Region.
Dauerbrenner in der Diskussion zwischen Stadt und Handwerk sind seit Jahren auch die Kosten und der Bürokratismus im Zusammenhang mit dem Ausstellen von Handwerkerparkausweisen. Aus Sicht des Handwerks werden die Ausweise zwar immer teurer, erlaubten aber immer weniger. Wenn Material und Werkzeug in der Altstadt aber nicht baustellennah angeliefert werden könnten, würden sich immer mehr Handwerksbetriebe von Angeboten und Leistungen zurückziehen.
Ein weiterer Hemmschuh sind die Vorgaben von branchenweiten Stundenverrechnungssätzen zur Abrechnung von Leistungen für die Stadt Regensburg. Verrechnungssätze sind immer betriebsspezifisch zu ermitteln, da etwa zwischen Soloselbständigen und Konzernen erhebliche Unterschiede bestehen. Die Stadt hingegen schert alle Betriebe einer Branche über einen Kamm und benutzt selbst definierte Verrechnungssätze, die jedoch seit langem die realen Kosten der Betriebe nicht abdeckten. Viele Betriebe bewerben sich daher nicht mehr um Aufträge von der Stadt.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Preise aus dem Wettbewerb im Rahmen der diesjährigen Berufsinformationsmesse in der Donau-Arena. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Einkaufsgutscheine für das Donau-Einkaufszentrum. Mit dem Wettbewerb soll das Interesse junger Menschen an den vielfältigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk gefördert werden.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Führung durch den Neubau der Städtischen Berufsschule II. Rund 40 Millionen Euro haben Staat und Stadt in moderne Ausbildungsräume und zeitgemäße technische Ausstattung der Schule investiert. Diese Maßnahmen in die berufliche Bildung wurden von den Anwesenden als wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses im Handwerk gewürdigt.