Kerstin Rei steht in der Zimmererhalle vor ihrem Meisterstück. Sie trägt stolz ihre Zimmermannskluft.
HWK
Kerstin Rei aus Untergriesbach hat sich mit dem Weiterbildungsstipendium den Meisterkurs im Zimmererhandwerk finanziert.

WeiterbildungsstipendiumGezielte Förderung, nachhaltige Qualifikation

Die Arbeitswelt verändert sich stetig und schneller, Entwicklungen wie das Voranschreiten erneuerbarer Energien und nachhaltige Mobilität erfordern ein Umdenken, die Anforderungen werden komplexer. All das macht auch den Kompetenzaufbau von Fachkräften und Mitarbeitenden immer wichtiger. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die durch Fortbildungen ihre Fähigkeiten und ihr Wissen erweitern, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie nie“, bestätigt auch der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt. Gleichzeitig können Fachkräfte durch die Weiterbildung auch ihre eigenen Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens verbessern, ihre Arbeitsplatzsicherheit erhöhen und sogar Führungspositionen anstreben. „Im Handwerk stehen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Betriebe zur Übernahme an, da braucht es Menschen, die Kompetenz und Erfahrung haben und bereit sind Verantwortung zu übernehmen“, so Schmidt weiter.

Für talentierte Fachkräfte

Auch wenn durch Leistungen wie den Meisterbonus und das Aufstiegs-BAföG zahlreiche Weiterbildungen mittlerweile stark gefördert werden, haben besonders talentierte Fachkräfte die Möglichkeit sich für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben und zusätzliche Fördergelder zu erhalten. Das Weiterbildungsstipendium ist eine Förderung der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, Geldgeber ist das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Das Stipendium richtet sich an Gesellinnen und Gesellen bis zum Alter von 24 Jahren mit einer Gesamtnote von 1,9 oder besser beziehungsweise mindestens 87 Punkten, einer Erst-, Zweit- oder Drittplatzierung in einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb oder einem begründeten Vorschlag für das Stipendium durch den Arbeitgeber. Gefördert werden bis zu 9.135 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. „Das Weiterbildungsstipendium eröffnet engagierten Fachkräften die Möglichkeit, ihr Potenzial voll auszuschöpfen“, so Schmidt.

„Sicherheit für die Zukunft“

Auch Kerstin Rei aus Untergriesbach in Niederbayern hat sich für das Weiterbildungsstipendium beworben. Die Bewerbung erfolgte bei der zuständigen Handwerkskammer, die die Stipendiaten im Auftrag der Stiftung in Bonn betreut. Die Zimmerergesellin Kerstin Rei hat sich mit Bestnoten in der Gesellenprüfung und einer Auszeichnung zur Innungssiegerin für die zusätzlichen Fördermittel qualifiziert. Mit dem Stipendium hat sie sich den Meisterkurs im Zimmererhandwerk in Regensburg finanziert und außerdem das Geld für eine kleine Wohnung und Fahrtkosten verwenden können. Wieso sie sich für die Weiterbildung entschieden hat? „Insbesondere, weil ich mich persönlich weiterentwickeln möchte und mir die Weiterbildung Sicherheit für meine Zukunft gibt", so Rei. Eine Selbstständigkeit ist zwar nicht geplant, dafür aber eine höhere Position im Unternehmen mit mehr Verantwortung. Mit den Kenntnissen aus dem Meisterkurs verfolgt sie außerdem noch eigene Pläne: „Ich möchte in der Lage sein, mir später mal mein eigenes Haus selbst planen und bauen zu können."

 DHZ-Artikel

Ein Artikel aus der Deutschen Handwerks Zeitung vom 6. März 2026.

Mehr Infos

www.hwkno.de/weiterbildungsstipendium