Begeistert fürs Handwerk: Die Schüler des Gymnasiums Lappersdorf mit dem stv. HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt (re.) und dem Leiter des Bildungszentrums Benjamin Spiegler (li.).
Tag des Handwerks in RegensburgDurch Virtual Reality Handwerk echt erleben
27. Februar 2026
VR-Brillen auf kluge Köpfe gesetzt – Die zehnten Klassen des Gymnasiums Lappersdorf besuchten am Donnerstag das Bildungszentrum Regensburg der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz zum „Tag des Handwerks“. Dabei stand alles unter dem Motto Handwerk zwischen Tradition und Moderne. An den vier verschiedenen Stationen konnten sie handwerkliche Berufe nicht nur mit Hand- und Elektrowerkzeug, sondern auch mit modernsten Simulatoren kennenlernen. Alle Teilnehmer durchliefen jede Station: Das ist für Benjamin Spiegler, Leiter des Bildungszentrums, beim Tag des Handwerks besonders wichtig: „Wir wollen jeden Jungen am Lockenstab und jedes Mädchen am Schweißsimulator sehen. Klischees zum Handwerk sind längst überholt! Ich sehe es immer wieder, dass junge Menschen hier Leidenschaft für Gewerke entdecken, mit denen sie sonst keine Berührungspunkte hätten.“
So sieht das auch Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, und zeigt sich besonders vom Engagement der Gymnasiasten begeistert: „Junge Menschen, wie wir sie heute hier in Regensburg gesehen haben, sind mit ihrer Begeisterung förmlich ansteckend. Wir merken auch, dass die moderne Ausstattung in unseren Bildungszentren die Hemmschwelle für viele Schülerinnen und Schüler beim Tag des Handwerks senkt. Außerdem können wir ihnen mit unseren modernen VR-Simulatoren Selbstversuche anbieten, die sonst nicht umsetzbar wären.“
Von Handwerkstradition zur modernen Technik
Die Teilnehmer vom Gymnasium Lappersdorf teilten sich auf vier Bereiche auf: In der Bauhalle fertigten sie in Teamarbeit Trassen aus Holz, aus denen dann ein Modell-Dachstuhl entstand. Nach der Arbeit mit der Handsäge lernten die Schülerinnen und Schüler auch moderne Holzarbeit am Beispiel einer Abbundmaschine kennen, und erfuhren wie computergestützte Verfahren modernen Handwerkern helfen. Bei den Metallbauern konnten die Gymnasiasten nicht nur den richtigen Umgang mit Feile und Standbohrmaschine lernen, sondern auch an sechs modernen Schweißsimulatoren ihr Geschick unter Beweis stellen. Dank der direkten Auswertung über die Software kam dabei auch ein wenig sportlicher Ehrgeiz unter Klassenkameraden zum Vorschein.
Computer oder Feile?
Der Schüler Patrick Purencin zeigt sich begeistert von der Ausstattung: „Die Simulatoren zum Schweißen und zum Lackieren machen echt Spaß! Ich wusste gar nicht, wie modern hier ausgebildet wird.“ Auch seinem Mitschüler Philipp Rüdiger hat das Arbeiten mit den Simulatoren gefallen. Sein Highlight war aber ein anderes: „Für mich war die praktische Arbeit mit den eigenen Händen am Metall-Werkstück mit Feile und Standbohrmaschine am coolsten!“
Auch im Bereich der Maler und Lackierer konnte sich ganz unterschiedlich ausprobiert werden. Hier lackierten die Teilnehmer mit VR-Brille und Lackierpistolen-Controller eine virtuelle Autotür. Die Schülerinnen und Schüler lernten schnell, wie wichtig es dabei ist, Abstand und Geschwindigkeit konstant zu halten. Zuvor hatten sie ihre Fingerfertigkeit schon beim Belegen eines Schlüsselanhängers mit Blattkupfer unter Beweis gestellt. Der selbstgestaltete Schlüsselanhänger durfte als Souvenir mitgenommen werden. Schließlich konnten alle Schülerinnen und Schüler bei den Friseuren noch zeigen, wie gut sie mit Lockenstab und Glätteisen umgehen können. Das Mitbringsel war hier Information: Mit einem Haarstärkenmessgerät ermittelten sie ihren jeweiligen Haartyp. Für das Styling am Morgen vor der Schule sicher nicht unpraktisch!
„Tag des Handwerks“ ein voller Erfolg
Der Tag des Handwerks wurde im Schuljahr 2022/23 bayernweit verpflichtend an allen allgemeinbildenden Schulen eingeführt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern praxisnah handwerkliche Tätigkeiten näherzubringen und ihnen auf diesem Weg das große Aus- und Weiterbildungsangebot im Handwerk begleitend zum Unterricht vorzustellen. Angesprochen sind in erster Linie Jahrgangsstufen, in denen ein besonderer Fokus auf der Berufsorientierung liegt. Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz engagiert sich mit großem Erfolg im vierten Jahr mit drei Formaten, um den Tag des Handwerks in Ostbayern umzusetzen: Praxis-Werkstätten in den elf Bildungszentren der Handwerkskammer, Berufsorientierungstagen in allen teilnehmenden Handwerksbetrieben sowie mit Handwerks-Parcours in den Schulen. Die Maßnahmen werden nicht nur von Lehrkräften und Schülern sehr gut angenommen, das Engagement zeigt außerdem sichtbare Ergebnisse: zahlreiche Betriebe berichten über die Berufsorientierungsmaßnahmen im Rahmen des Tag des Handwerks Praktikanten und Auszubildende gewonnen zu haben. Heuer sind rund 3.600 ostbayerische Schüler für Praxis-Werkstätten in den Bildungszentren der Handwerkskammer angemeldet. 4.700 besuchen Handwerks-Parcours in ihren Schulen, etwa 5.000 besuchen einen Praxistag in einem Betrieb.
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Verlockendes Handwerk: Stv. HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt schaute den Schülern bei ihrer Arbeit am Tag des Handwerks über die Schulter.