Selbst anpacken: im Bildungszentrum Cham der Handwerkskammer lernten die Teilnehmerinnen unterschiedliche Gewerke kennen – hier das Zimmererhandwerk.
Girls'Day Am Girls’Day Klischees aufbrechen
24. April 2026
Mädchen und junge Frauen fürs Handwerk begeistern: mit diesem Ziel beteiligte sich das Bildungszentrum Cham der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz am Girls’Day. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstags schnupperten sieben Mädchen des Robert-Schumann-Gymnasiums Cham und des Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting in unterschiedliche Handwerksberufe. In den Werkstätten des Bildungszentrums konnten die Mädchen einen Tag lang selbst praktisch mitarbeiten. In der Bauhalle wurden Mauerwerkswände und -pfeiler aufgemauert und vermörtelt, sowie anschließend mit einem Ziegelrundbogen überspannt. Bei den Zimmerern beteiligte sich ein Mädchen an der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Holzrahmenbau und erhielt Einblicke in die Außenwandverschalung eines Holzhauses sowie in die CAD-Konstruktion. In der Elektrowerkstatt führten die Teilnehmerinnen schließlich eine Übungsinstallation von Lichtschaltern und Steckdosen durch.
Das Bildungszentrum Cham war zum dritten Mal mit dabei – und das aus Überzeugung, so Roland Schießl, Leiter des Bildungszentrums. „Im Handwerk werden immer noch viele Berufe als reine Männerdomänen wahrgenommen“, meint Schießl. Das müsse sich ändern. „Wir sehen es ja täglich selbst: unsere Kursteilnehmerinnen leisten genauso viel wie unsere Kursteilnehmer, selbst in gewerblich-technischen Gewerken.“ Mit dem Girls’Day wolle man auch im Bildungszentrum in Cham dazu beitragen, dass alte Klischees aufgebrochen werden.
Der Girls’Day und der Boys’Day bieten Mädchen und Jungen einmal jährlich Einblicke in Berufe, in denen Frauen und Männer unterrepräsentiert sind. Bundesweit gibt es auch in diesem Jahr über 23.300 Angebote mit rund 174.000 Plätzen, in denen Schülerinnen und Schüler von klischeefreier beruflicher Orientierung profitieren können. Der Aktionstag wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Seit 2001 standen für Mädchen mehr als 2,5 Millionen Plätze zur Verfügung, am Boys’Day haben seit 2011 insgesamt mehr als 450.000 Jungen teilgenommen.
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