HWK-Präsident Dr. Georg Haber versteht die Zögerlichkeit vieler Betriebe in puncto Ausbildungsplanung angesichts der unsicheren Lage, warnt jedoch vor den künftigen Konsequenzen.
Foto Graggo
HWK-Präsident Dr. Georg Haber versteht die Zögerlichkeit vieler Betriebe in puncto Ausbildungsplanung angesichts der unsicheren Lage, warnt jedoch vor den künftigen Konsequenzen.

Wer keine klare Perspektive hat, stellt keine Azubis ein

Statement von Kammerpräsident Dr. Georg Haber zur aktuellen Ausbildungssituation.

1. März 2021

Noch hat das Corona-Virus keinen einschneidenden Effekt auf den Ausbildungsmarkt im Handwerk. 2020 sind die Zahlen so ausgefallen, wie wir es schon vor der Pandemie prognostiziert haben. Doch wird das so bleiben? Wahrscheinlich leider nein. Obwohl in den ersten Monaten des Jahres erfahrungsgemäß die Azubisuche und Stellenbesetzungen im Handwerk auf Hochtouren laufen, sehen wir heute eine etwas andere Entwicklung. Beispielsweise sind in ganz Ostbayern kaum Ausbildungsstellen im Friseurhandwerk in unserer Lehrstellenbörse gemeldet. Und das obwohl der Friseurberuf zu den stärksten gehört. Eigentlich ist diese Konsequenz auch logisch. Denn: Auch wenn es seit dem 1. März erste Öffnungsschritte gibt - wer weiß heute schon, ob die Situation so bleibt. Wer keine klare Perspektive hat, der stellt keine Lehrlinge ein. Das ist nicht anders in der Kosmetikbranche, beim Bühnenbau oder im Bereich Catering. Wie auch die letzte Konjunkturumfrage der Handwerkskammer belegt, werden viele Branchen eher vorsichtig in die Zukunft planen - und das eben auch in Sachen Ausbildung. Die Unsicherheit grassiert in den Betrieben. Doch was passiert mit der jetzigen Generation Jugendlicher, die diese Handwerksberufe heuer gerne erlernen möchten? Können Sie warten? Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich der Nachholeffekt des letzten Sommers in gleicher Form wiederholt. Ja, es wird noch einiges passieren bis das neue Lehrjahr im September startet. Aber womöglich wird nicht jeder jugendliche Ausbildungstraum war. Und auch die Betriebe werden das in Zukunft spüren, denn spätestens nach Corona sind Fachkräfte wieder heiß begehrt. Der Mangel an gut ausgebildeten Profis wird sich erneut verschärfen. Mit diesem Blick in die Zukunft kann ich nur an die Betriebe appellieren: Wo auch immer nur möglich, halten Sie an Ihrer Ausbildungsbereitschaft fest - in Ihrem eigenen Sinne.

 Ansprechpartner

Jürgen Kilger
Hauptgeschäftsführer

Tel. 0941 7965-101
juergen.kilger--at--hwkno.de



 Weitere Informationen

Aktuelles zum Coronavirus - Informationen für Betriebsinhaber, Kursteilnehmer, ÜLU-Schüler und Prüfungsteilnehmer.