HWK-Präsident und HWK-Hauptgeschäftsführer befürchten, dass einige Betriebe einen zweiten Stillstand nicht überleben könnten.
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HWK-Präsident Dr. Georg Haber (re.) und HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger (li.) befürchten, dass einige Betriebe einen zweiten Stillstand nicht überleben könnten. (Archivfoto)

Viele verkraften den Stillstand nicht erneut

Handwerkskammer äußert sich zum "November-Lockdown"

2. November 2020

Heute begibt sich Deutschland in einen Teil-Lockdown, um die Corona-Infektionszahlen zu senken. Doch der erneute Stillstand hat negative Auswirkungen auf die Wirtschaft – auch auf das ostbayerische Handwerk, wie Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, und Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, befürchten.

Direkt und mittelbar sind etliche Handwerker betroffen

"Der zweite Lockdown in Bayern trifft Teile unserer Handwerksbetriebe wieder besonders hart", sagt Georg Haber. Manche Handwerksbereiche seien teils unmittelbar, teils mittelbar von den Schließungen betroffen, wie beispielsweise die Lebensmittelhandwerke mit ihrem gastronomischen Angebot und als Dienstleister im Veranstaltungsbereich. Im Messebereich sind auch Messe- und Ladenbauer betroffen, Kosmetiker und Fußpfleger müssen wieder komplett schließen. "Das neuerliche Herunterfahren der Gastronomie- und Hotellerie hat negative Konsequenzen für Textil- wie auch Gebäudereiniger. Für Privatbrauereien bricht mit der Gastronomie ein wesentlicher Absatzkanal weg", erläutert der Präsident die Tragweite des Lockdowns.

Zu wenig Anerkennung für Hygienekonzepte

Dennoch befürwortet die Handwerksammer die politischen Beschlüsse zur Pandemiebekämpfung. "Der neue Lockdown ist hart, aber notwendig", sagt Jürgen Kilger. Man schätze zudem das Bemühen, die meisten Handwerksbetriebe mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden weiter arbeiten zu lassen. "Dass Schulen und Bildungszentren geöffnet bleiben, ist für die Ausbildungsleistung des Handwerks enorm wichtig." Bedauerlich ist laut Kilger, dass "die großen Anstrengungen und Investitionen vieler Handwerksbetriebe in ausgeklügelte Hygienekonzepten zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern leider nicht durchgehend Anerkennung gefunden haben. Kilger sieht die Schließung von Kosmetik- und Fußpflegebetrieben als unnötig an, auch da sie in anderen Bundesländern weiterarbeiten können. "Das bayerische Handwerk hat Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eindringlich um Nachbesserung gebeten – bislang ohne Erfolg."

Handwerk vermisst Planungssicherheit

Laut Handwerkskammervertretung fehle es den Betrieben vor allem an Planungssicherheit. Man befürchte, dass viele Handwerksbetriebe ohne weitere Hilfestellung seitens der öffentlichen Hand die neuen Beschränkungen nicht mehr verkraften werden, da ihre Reserven bereits weitgehend aufgebraucht sind. "Daher ist es entscheidend, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket zeitnah festgelegt und unbürokratisch zur Auszahlung kommt", so Haber und Kilger.

 

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