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Homeoffice ist für Handwerker keine Lösung des VerkehrsproblemsStatement von HWK-Präsident Dr. Georg Haber zum weiteren Vorgehen rund um den Pfaffensteiner Tunnel in Regensburg

05.05.2022

Eine Entscheidung war dringend nötig, nun ist sie zwar da, doch zufriedenstellend ist sie noch keineswegs. Zwar ist eine Lösung des Verkehrsproblems rund um den Pfaffensteiner Tunnel seit Jahren längst überfällig, doch zu viele drängende Fragen bleiben mit der Entscheidung für die Ausbauvariante offen. Das wissen die Entscheidungsträger selbst. Ob die angedachte Lösung vielen Menschen und insbesondere den mehr als 40.000 ostbayerischen Handwerksbetrieben bald hilft, ist mehr als fraglich. Zwar scheint es eine zukunfts- und tragfähige Lösung zu sein, aber bei vielen wichtigen Punkten bleiben die Entscheidungsträger wichtige Antworten schuldig oder stellen sich selbst Fragen. Brauchen wir wirklich eine fünfjährige Planungsphase? Was passiert mit dem Verkehr in der sehr langgeplanten Umsetzungszeit? Wie wird mit weiter entstehenden Problemen und dem zusätzlichen bzw. sich dann verlagernden Verkehr auf den Straßen umgegangen?

Denn die Verkehrsbelastung in und um den Tunnel ist schon jetzt deutlich zu hoch. Regelmäßig haben schon kleinere Probleme verheerende Auswirkungen auf die Straßen in Regensburg – alles steht. Und das stellt auch unsere Handwerker gerade in Zeiten großer Nachfrage und knapper Ressourcen vor viele weitere Probleme. Nach Regensburg kommen werktäglich rund 80.000 Menschen zum Arbeiten, unter ihnen zigtausende aus dem Handwerk, die Aufträge in und um Regensburg für ihre Kunden erfüllen und ihre Arbeit erreichen müssen. Homeoffice ist für unsere Branche keine Option. Tatsache ist: Der Heizkessel lässt sich eben nicht per Fahrrad oder Bus zum Kunden bringen. Für uns ist es aktuell keine Lösung, Antworten auf die drängenden Fragen erst später zu geben, wenn die Probleme noch größer und unerträglicher für Bürger, Mitarbeiter und Betriebe werden und weitere Schlüsselprojekte dann vielleicht immer noch nicht fertig sind. Sämtliche Einzelmaßnahmen müssen mit ihrem Planungsstand und künftigen Kapazitäten auch dringend in die neuen Verkehrskonzepte, die derzeit von Stadt und Landkreis erarbeitet werden, integriert werden.

Ist das Ergebnis, dass sie nicht ausreichen, muss unbedingt nachgesteuert werden. Die jetzigen Planungen dürfen nicht dazu führen, dass wir mit aufgeschobenen Maßnahmen über mehrere Jahrzehnte in Dauerbaustellen und Megastaus versinken. Das kann und darf sich ein Wirtschaftsstandort wie die Region Regensburg auf Dauer nicht mehr leisten. Unter den ungelösten Problemen leiden zu viele Betriebe in der Oberpfalz bis hinein nach Niederbayern. Die Konsequenzen haben uns die Betriebe bei unserer Umfrage mehr als deutlich gemacht: Viele von ihnen werden in Zukunft den Problembereich Regensburg meiden. Das kann für eine prosperierende Region wie Regensburg nicht die Lösung sein!