Asyl Flüchtling Integration
Susanne Gnamm

Interkulturelle Herausforderungen erkennen und meistern

Universität Passau und Handwerkskammer erarbeiten Leitfaden

7. März 2019

Andere Länder, andere Sitten. Was im Urlaub zu Missverständnissen führt, ist während der Ausbildung von Migranten und Flüchtlingen oft nicht anders. Um kulturelle Stolpersteine im Berufsleben zu vermeiden, haben die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und die Universität Passau das Thema wissenschaftlich, aber auch praktisch unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ein Leitfaden für Betriebe, Ausbilder und Lehrlinge. Mit dem Titel " Junge Geflüchtete im Handwerk - interkulturelle Herausforderungen in der Ausbildung erkennen und meistern " liefert die knapp 50-seitige Broschüre Tipps, wie interkulturelle Probleme angegangen werden können. Außerdem beinhaltet sie Informationen zu den Bildungssystemen und religiösen Hintergründen der acht häufigsten Herkunftsländer von Geflüchteten - von Afghanistan bis Syrien - sowie Kontakte zu beratenden Stellen.

"Das Handwerk in Ostbayern brummt, Auszubildende und Fachkräfte sind gefragter denn je. Dabei kommt es nicht darauf an, wo jemand herkommt, sondern ob Engagement, Leidenschaft für den Beruf und gute Sprachkenntnisse vorhanden sind", sagt Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Rund 800 Flüchtlinge absolvieren aktuell eine Lehre im ostbayerischen Handwerk. Allerdings funktioniert die Integration nicht immer reibungslos. "Seit dem verstärkten Zuzug von Flüchtlingen ab 2015 sehen sich die Ausbilder einer zunehmend vielschichtigen Mitarbeiter- und Schülerschaft gegenüber. Das bietet Chancen, birgt aber auch viele Hemmnisse", weiß Referentin Angela Sedlmaier, die das Projekt seitens der Handwerkskammer betreut. Mit dem Leitfaden reiche man den Betrieben eine praktische Unterstützung für den Alltag.

Die Broschüre basiert auf dem Forschungsprojekt "Übergang in den Beruf - Herausforderungen für Geflüchtete, Bildungsinstitutionen und Handwerksbetriebe". Dafür wurden über 100 Geflüchtete, deren Lehrkräfte und Sozialpädagogen sowie über 50 Betriebe interviewt. Aus den Ergebnissen unter Einbeziehung entsprechender Fachliteratur wurde die Broschüre vom Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation der Universität Passau, unter Leitung von Dr. Martina Maletzky, und der Handwerkskammer erarbeitet. "Uns war es wichtig, eine Handreichung zu schaffen, die für Praktiker ist und von Praktikern kommt", betont Sedlmaier.

 Ansprechpartner

Angela Sedlmaier

Tel. 0851 5301-118
Fax 0851 5301-281118
angela.sedlmaier--at--hwkno.de



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 Information

Die gedruckte Broschüre kann ab Mitte März kostenlos bestellt werden.



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