Statement Jürgen Kilger Ausbildungsstellensituation
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Fehler der Vergangenheit korrigieren

Kommentar von Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger zur aktuellen Ausbildungssituation.

Das Ausbildungsjahr 2021 startet mit einem Plus an neu abgeschlossenen Lehrverträgen. Eigentlich eine positive Nachricht, doch mit Blick auf die Herausforderungen, die uns schon vor der Krise beschäftigten, sind diese Zahlen sprichwörtlich ein ‚Tropfen auf den heißen Stein‘. Fakt ist, die Bevölkerung schrumpft, Schülerzahlen sind gesunken, das Handwerk konkurriert in puncto Nachwuchs längst mit allen Branchen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach akademischen Abschlüssen hoch, obwohl die Realität zeigt: Nicht jeder ist für ein Studium geeignet. Wie also die Situation lösen? Den demografischen Wandel umkehren, können wir nicht. Doch was haben wir in der Hand? Zum einen müssen Berufsorientierungsmaßnahmen bis weit in den Herbst und Winter hinein wieder vollumfänglich möglich bleiben, unsere 130 Handwerksberufe überzeugen und werben am besten für sich selbst, wenn sie praktisch erlebt werden können. Grundsätzlich gilt es aber, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren: Berufliche und akademische Bildung müssen in der Öffentlichkeit endlich als gleichwertig angesehen werden. Denn faktisch sind sie das. Die Krise hat deutlich gezeigt, wer das Land und die Region am Laufen hält: Das Handwerk hat die Nahversorgung der Bevölkerung gesichert und blieb zu jeder Zeit ausbildungsbereit, trotz aller Widrigkeiten. Die künftige Regierung muss das Thema Ausbildung ganz oben auf die politische Tagesordnung setzen, nicht nur finanziell entlasten. Vorurteile müssen endlich ausgeräumt und ein Bewusstseinswandel muss vollzogen werden. Nur mit mehr Fachkräften im Handwerk bleibt unsere Region stark und lebenswert, nur so können wir die Krisen unserer Zeit bewältigen.

 Ansprechpartner

Jürgen Kilger
Hauptgeschäftsführer

Tel. 0941 7965-101
juergen.kilger--at--hwkno.de



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Ausbildungssituation stabilisiert sich