Beim Neujahrsempfang von AGU und Handwerkskammer in Straubing wurde über die Wirtschaft in Ostbayern und Europa gesprochen.
Tine Kirchmayer
Sie sprachen in Straubing über die Wirtschaft in Ostbayern und Europa: (v. li. n. re.) stellvertretender AGU-Vorsitzender Jürgen Pichl, HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber, HWK-Präsident Dr. Georg Haber und Günter Hartl, stellvertretender AGU-Vorsitzender.

Ein Plädoyer für ein schlagkräftiges Europa

MdEP Manfred Weber zu Gast beim Neujahrsempfang von AGU und Handwerkskammer.

17. Januar 2020

Ob es der Wirtschaft in Ostbayern gut geht, hängt auch von einem schlagkräftigen Europa ab. Das betonte Manfred Weber, der niederbayerische Europaabgeordnete und EVP-Fraktionsvorsitzende (CSU), beim Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft für Unternehmensführung im Handwerk (AGU) und der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik folgten der Einladung in den Rittersaal des Herzogsschlosses in Straubing.

Klimawandel, Freihandel und Irankrise als zentrale Themen

In seiner Rede spannte Weber einen breiten Bogen und warb angesichts der aktuellen Iran-Krise um ein geschlossenes Auftreten der Europäischen Union. "Die EU muss an der Seite der USA das terroristische Mullah-Regime im Iran in seine Grenzen weisen. Die EU muss dabei zur globalen Friedensmacht werden und einen aktiven Beitrag zur Krisenbewältigung leisten." Er wolle zudem dem Klimawandel nicht mit einer Verbotspolitik entgegentreten, sondern setze auf technische Antworten. "Die einen wollen den Urlaubsflug nach Mallorca verbieten, ich möchte, dass Airbus ein CO2-neutrales Flugzeug entwickelt." Das Ziel Europas bis 2050 klimaneutral zu sein, solle auch als Chance empfunden werden. Dies gelte genauso für den Freihandel. "Wir brauchen mit unseren Waren und Dienstleistungen keine Angst vor Wettbewerb haben, wenn Grenzen fallen und Märkte sich öffnen," sagte Weber und verwies darauf, dass gerade eine Exportregion wie Niederbayern mit 56 Prozent Exportquote enorm profitiert. Da das Thema Arbeitskräftemangel die Wirtschaft belaste, wolle Weber in Zukunft die EU-Förderung ausbauen. "Wir brauchen mehr Förderung, um Menschen zu uns zu bringen und zu qualifizieren." Optimismus versprühte er mit einem Blick in die Vergangenheit: Gerade 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und angesichts der Aufbauleistung der Nachkriegsgeneration sei er guter Dinge, dass die anstehenden Aufgaben gelöst werden können. Außerdem dankte er den Unternehmern der Region, dass sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. "Handwerk und Europäische Einigung haben eine große Gemeinsamkeit: das Schaffen und Aufbauen von Neuem. Lasst uns das bewahren und anerkennen."

Laut Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer, gehe es dem ostbayerischen Handwerk im Gegensatz zu anderen Branchen sehr gut, eine Konjunkturdelle sei bislang nicht in Sicht. Allerdings liege die künftige Entwicklung auch an der Stärke Europas. Dazu hob HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger die Bedeutung Ostbayerns hervor. "Unweit der Grenzen zu Tschechien und Österreich leben wir im Herzstück der EU. Unser gemeinsamer Binnenmarkt macht uns so erfolgreich."

Neuer Gastgeber will Austausch fördern

Der stellvertretende AGU-Vorsitzende Günter Hartl erklärte in seinem Grußwort die Vereinsziele: Man wolle den Mitgliedern aktuelle Informationen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geben sowie einen überregionalen und überfachlichen Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmern möglich machen. Dass heuer Manfred Weber und damit ein "überzeugter Europäer mit niederbayerischen Wurzeln" gewonnen werden konnte, sei ein toller Erfolg. Heuer hat zum ersten Mal die AGU gemeinsam mit der Handwerkskammer zum alljährlichen Empfang nach Straubing eingeladen. Über zwei Jahrzehnte initiierten die "Jungen Unternehmer im Handwerk e.V." das Zusammenkommen. Der Verein hat sich Ende 2019 aufgelöst.



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EVP-Chef und Europaabgeordneter Manfred Weber war Festredner beim Neujahrsempfang.
Tine Kirchmayer
EVP-Chef und Europaabgeordneter Manfred Weber war Festredner beim Neujahrsempfang.



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