Der neu gewählte Kreishandwerksmeister Andreas Träg (re.) im Dialog mit Betriebsschreinermeister Ludwig Schindler (li.).
HWK
Der neu gewählte Kreishandwerksmeister Andreas Träg (re.) im Dialog mit Betriebsschreinermeister Ludwig Schindler (li.).

Ehrenamt mit großen Zielen

In das Ehrenamt im Handwerk ist der neue Kreishandwerksmeister Andreas Träg quasi "hineingewachsen". Schon sein Großvater war Obermeister der Schreinerinnung Regensburg ebenso wie sein Vater und schließlich er selbst. Nach dem Rückzug des ehemaligen Kreishandwerksmeisters Max Kleber haben die Mitglieder der Kreishandwerkerschaft Andreas Träg einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt.

Träg geht seine Arbeit mit Begeisterung für das Handwerk und großem Engagement an. "Wir müssen das Image des Handwerks weiter ausbauen", positioniert sich Träg zu seinen neuen Aufgaben. Dabei ist ihm der persönliche Kontakt zu jungen Menschen und Meinungsbildnern besonders wichtig. Die positiven Erfahrungen, die er mit den Ausstellungen seiner Schreinerinnung gemacht hat, will er jetzt auf das gesamte Regensburger Handwerk übertragen. Denn Träg ist überzeugt, dass das Handwerk auch bei den jungen Menschen immer mehr ankommt. Er formuliert das Ziel, den "goldenen Boden Handwerk" wieder stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Ziel: Junge Menschen für das Handwerk gewinnen

Bei der Berufsinformationsmesse zusammen mit der Agentur für Arbeit war seine Kreishandwerkerschaft kürzlich mit einem eigenen Stand vertreten, um so persönlich auf die jungen Menschen zuzugehen. Ein Bauzaun sollte Aufmerksamkeit wecken. "Wir wollen den jungen Menschen Zukunftsperspektiven geben", macht Träg deutlich. Anreiz bot ein Gewinnspiel mit einem Tablet als Hauptpreis. Als "Schlüssel zum Nachwuchs" bezeichnet Träg Betriebspraktika. Seiner Überzeugung nach muss es gelingen, Schüler aus allen Schularten für das Handwerk zu gewinnen, denn "wir brauchen auch die Jugendlichen mit Hochschulreife", stellt Träg fest. "Wir müssen Handwerk erfahrbar machen", fordert der neue Kreishandwerksmeister. Deshalb lädt die Kreishandwerkerschaft unter anderem am 15. Mai 2017 zur "Handwerkerdult mit Herz" im Artmann‘s Herzl auf der Regensburger Dult ein. An diesem Ort kann sich die Öffentlichkeit in lockerer Atmosphäre ein Bild über das moderne Handwerk machen.

Der 50-jährige Schreinermeister hat Erfahrung beim Einbinden junger Handwerker ins Ehrenamt. Er selbst übernahm schon als 29-Jähriger den Vorsitz des Prüfungsausschusses im Schreinerhandwerk. "Das war ein Sprung ins kalte Wasser", stellt Träg fest, denn sein Vorgänger hatte ihm eigentlich angekündigt, ihn einzuarbeiten. Doch einen Monat später war er dann schon Vorsitzender. Deshalb hält es Träg für unverzichtbar, junge Handwerker planmäßig ans Ehrenamt heranzuführen und ihnen frühzeitig Chancen zur Verwirklichung zu eröffnen. Das will Träg auch mit einer offenen Gesprächskultur und Arbeitskreisen mit seinen Kollegen leben. Er findet: "Man muss selber Platz machen."

Platz gemacht für Andreas Träg hat auch sein Vater in der Unternehmensnachfolge. Der erfolgreiche Regensburger Unternehmer aus Haselbach kann jedem Kollegen nur raten, die Nachfolge im Betrieb rechtzeitig anzugehen und wenn möglich ihn schrittweise umzusetzen. Nach wie vor nutzt Träg den Dialog mit seinem Vater, wenn es um schwierige Entscheidungen geht oder langjährige Erfahrung gefragt ist.

Regionale Wirtschaft soll Hand in Hand arbeiten

Als unverzichtbar erachtet Träg das Zusammenspiel der Wirtschaft in der Region. Er verweist auf viele beispielgebende Netzwerke zwischen Handwerkern in verwandten Branchen, aber auch auf Kooperationen mit Schreinerkollegen. So wie die Betriebe müssten auch Innungen, Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammer "Hand in Hand" zusammenarbeiten. Träg hat sich vorgenommen, die örtliche Politik aufzufordern, alle Spielräume zu nutzen um handwerkliche Qualitätsleistung zum Tragen zu bringen und dem, mit einer entsprechenden Ausschreibungspraxis, Rechnung zu tragen. Denn seiner Meinung nach erfüllen nur derartige Vergaben das Gebot der Nachhaltigkeit und stellen dann auch das "wirtschaftlichste Angebot" dar.

Chancen für das Handwerk erkennt Träg in den neuen Methoden, die die Digitalisierung bietet. Zwar erkennt er auch Gefahren einer Wettbewerbsverzerrung, die etwa einheitliche Standards am Bau wie beispielsweise "Building Information Modeling" (BIM) mit sich bringen können. Träg preist jedoch die neuen Vertriebsmöglichkeiten, die etwa die Visualisierung von Handwerksleistungen über eine Datenbrille eröffnen.



Der neu gewählte Kreishandwerksmeister Andreas Träg (1. v.li.), HWK-Präsident Dr. Georg Haber (2. v.re.) und der stellvertretender Kreishandwerksmeister Georg Bohrer (1. v.re.) verabschiedeten Max Kleber (2. v.li.) aus seinem Amt.
KHS Regensburg
Der neu gewählte Kreishandwerksmeister Andreas Träg (1. v.li.), HWK-Präsident Dr. Georg Haber (2. v.re.) und der stellvertretender Kreishandwerksmeister Georg Bohrer (1. v.re.) verabschiedeten Max Kleber (2. v.li.) aus seinem Amt.