Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Christian Kaiser (2. Reihe, 1. v. li.) und der stellvertretende Ausbildungsleiter Alfons Hartl (2. Reihe, 1. v. re.) gratulierten den Dachdeckern zur bestandenen praktischen Meisterprüfung.
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Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Christian Kaiser (2. Reihe, 1. v. li.) und der stellvertretende Ausbildungsleiter Alfons Hartl (2. Reihe, 1. v. re.) gratulierten den Dachdeckern zur bestandenen praktischen Meisterprüfung.

Dachdeckermeister stehen über den Dingen

21 Dachedecker bestehen Meisterprüfung in Waldkirchen

7. August 2017

Rund 60.000 Dachdeckern in Deutschland verdanken wir unser Dach über dem Kopf. Egal ob Ziegel, Schiefer oder Schindel – Sie sind die Allround-Experten für Dach-, Wand-, und Abdichtungstechnik. 21 von ihnen haben sich nun in Waldkirchen zum Meister weitergebildet. Dort bietet das Kompetenzzentrum Dachtechnik in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und dem Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks den bayernweit einzigen Meisterkurs an.

 In 1.176 Unterrichtsstunden bereiteten sich die Teilnehmer seit Januar in Vollzeit auf die Meisterprüfung vor. Neben theoretischen Themenfeldern wie der Bemessung von Dachstühlen, dem Studieren von Regelwerken und Verordnungen, Auftragsabwicklung, Fachkalkulation, Arbeitssicherheit und Betriebsorganisation perfektionierten die Prüflinge auch ihr praktisches Können. So übten sie in der Werkhalle verschiedenste Abdichtungs- und Deckungsarten, wie etwa die komplizierte Schieferdeckung.

 Umfangreiches Fachwissen gefordert

Der stellvertretende Ausbildungsleiter am Kompetenzzentrum Alfons Hartl ist stolz auf die erfolgreichen Absolventen: "Dachdecker ist ein sehr umfangreiches Berufsbild, es gibt unglaublich viele Materialien, sehr viele verschiedene Techniken sowie Abdichtungs- und Deckungsarten." Neben einem großen Fachwissen bräuchten Dachdecker daher auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und eine große Portion Flexibilität, um Probleme auf der Baustelle spontan und fachgerecht lösen zu können, so Hartl. Um die beruflichen Karrieren seiner frischgebackenen Meister macht er sich keine Sorgen: "Dachdeckermeister werden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht.“

 Dass die Prüfungsanforderungen hoch sind, bestätigte auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Christian Kaiser: "Die Teilnehmer müssen zeigen, dass sie sowohl technisch und handwerklich als auch betriebswirtschaftlich absolut firm sind." Schließlich sollten sie anschließend in der Lage sein, Führungspositionen oder die Leitung eines eigenen Betriebes zu übernehmen. "Dass sie das Zeug dazu haben, spiegelt sich deutlich in den Arbeiten wider", äußerte sich Kaiser zufrieden über die abgelieferten Leistungen der Absolventen.

 Meisterstücke zeigen handwerkliches und technisches Können

Als praktische Meisterprüfungsarbeit mussten sie unter anderem eine Dachdeckung mit Schiefer oder Dachziegeln inklusive Planung, Kalkulation und Dokumentation abliefern. In einer Situationsaufgabe mussten die Prüflinge zudem ihre handwerkliche Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

 Prüfling Michel Adolph aus Passau meisterte diese Aufgaben mit Bravour und wurde Kursbester. Als einer von zwei Prüflingen wagte er sich an die komplizierte Deckung mit Schiefern. Dass der 24-Jährige beruflichen Ehrgeiz hat, zeigt sich auch daran, dass er neben der Dachdeckerausbildung bereits eine Zimmererlehre abgeschlossen hat. Der Meisterkurs folgt in wenigen Wochen. "Ich wollte mir schon immer möglichst viel Wissen aneignen und nicht stehen bleiben“, erklärt er seine Zielstrebigkeit. Außerdem lebe er für das Handwerk, so Adolph weiter. "Für mich ist es eine Erfüllung, wenn ich abends sehe, was ich mit meinen eigenen Händen geschaffen habe.“ Ob er sich irgendwann selbständig machen will, weiß der 24-Jährige noch nicht. Vorherrschend ist bei ihm gerade noch ein anderer Lebenstraum: Holzblockhäuser bauen in Norwegen oder Kanada. "Aber nur für ein, zwei Jahre, dann will ich wieder daheim arbeiten“, lacht er.

 Der nächste Meisterkurs zum Dachdecker findet von Januar 2018 bis August 2018 in Waldkirchen statt. Nähere Informationen finden Sie  in unserem Kursportal oder unter www.kpz-dachtechnik.de .

 

Der Kursbeste Michel Adolph wagte sich mit seinem Meisterstück an die komplizierte Schieferdeckung.
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Der Kursbeste Michel Adolph wagte sich mit seinem Meisterstück an die komplizierte Schieferdeckung.





Christian Kaiser

Stv. Bereichsleiter

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