Bei einer Spitzgaube ist handwerkliches Geschick und Fachwissen gefragt: Die Meisterprüflinge Kerstin Müller (re.) und Pascal Opel (li.) wissen, worauf es ankommt.
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Bei einer Spitzgaube ist handwerkliches Geschick und Fachwissen gefragt: Die Meisterprüflinge Kerstin Müller (re.) und Pascal Opel (li.) wissen, worauf es ankommt.

Dachdeckermeister: Alleskönner in luftiger Höhe

17 Teilnehmer bestehen praktische Meisterprüfung im Dachdecker-Handwerk in Waldkirchen

18. August 2016

Einen alltäglichen Arbeitsplatz haben die 17 erfolgreichen Absolventen der praktischen Meisterprüfung im Dachdecker-Handwerk ganz sicher nicht – sie halten sich meist auf Dächern in luftigen Höhen auf und sollten daher körperlich fit und schwindelfrei sein. Doch um ein guter Dachdecker zu sein, braucht es noch ein bisschen mehr, weiß der stellvertretende Ausbildungsleiter am Kompetenzzentrum Dachtechnik in Waldkirchen Alfons Hartl: "Dachdecker ist ein sehr umfangreiches Berufsbild, es gibt unglaublich viele Materialien, sehr viele verschiedene Techniken sowie Abdichtungs- und Deckungsarten." Neben einem großen Fachwissen bräuchten Dachdecker daher auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und eine große Portion Flexibilität, um Probleme auf der Baustelle spontan und fachgerecht lösen zu können, so Hartl weiter.

Den bayernweit einzigen Meisterkurs für Dachdecker bietet das Kompetenzzentrum Dachtechnik in Waldkirchen in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und dem bayerischen Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks an. In 1.176 Unterrichtsstunden eigneten sich die Teilnehmer umfassende praktische und theoretische Kenntnisse an. Auch betriebswirtschaftliche Themen standen auf dem Lehrplan, schließlich sollen die Absolventen später einmal Führungspositionen oder die Leitung eines eigenen Betriebes übernehmen. "Die Prüfungsanforderungen sind hoch", sagte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Christian Kaiser und erläuterte die Anforderungen an die Prüflinge: "Die Teilnehmer müssen zeigen, dass sie sowohl technisch und handwerklich als auch betriebswirtschaftlich absolut firm sind."

Zeigen konnten die angehenden Meister dies bei der praktischen Meisterprüfung. Hierzu mussten sie als Meisterprüfungsarbeit unter anderem eine Dachdeckung mit Schiefer oder Dachziegeln abliefern. Auch die Planung, Kalkulation und Dokumentation gehörte zum Aufgabenbereich. In einer praktischen Situationsaufgabe mussten die Prüflinge zudem ihre handwerkliche Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Prüfungsbester im praktischen Teil wurde Pascal Opel aus Köditz im oberfränkischen Landkreis Hof. "Die Meisterstücke spiegeln die hohe Ausbildungsqualität wider und verdeutlichen, dass unsere Leute das Zeug dazu haben, einen Betrieb zu führen", äußerte sich Kaiser zufrieden über die abgelieferten Leistungen. Besonders freute ihn, dass dieses Jahr auch eine seltene Deckung wie eine Spitzgaube in Schiefer gezeigt wurde.

Der nächste Meisterkurs zum Dachdecker findet von Januar 2017 bis August 2017 in Waldkirchen statt. Nähere Informationen sind unter www.hwkno.de oder www.kpz-dachtechnik.de zu finden.

Kaiser Christian

Christian Kaiser

Stv. Bereichsleiter

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