Beim "Markt der Möglichkeiten" ließen sich (v. li. n. re.) stv. Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler, stv. Landrat Klaus Jeggle, stv. Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt und Präsident Dr. Georg Haber von Allan Gray, CEO von WeldPlus, (re.) zeigen, wie digitales Schweißen für Lernzwecke ganz ohne Funkensprühen funktioniert.
Fotoatelier KAPS
Beim "Markt der Möglichkeiten" ließen sich (v. li. n. re.) stv. Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler, stv. Landrat Klaus Jeggle, stv. Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt und Präsident Dr. Georg Haber von Allan Gray, CEO von WeldPlus, (re.) zeigen, wie digitales Schweißen für Lernzwecke ganz ohne Funkensprühen funktioniert.

Als Handwerker seinen Platz in der digitalen Welt finden

Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz informiert sich über Möglichkeiten der Digitalisierung

17. Juli 2017

Um als Handwerksbetrieb zukunftsfähig zu bleiben, muss jeder seinen individuellen Platz in der neuen digitalen Welt finden. Dieses Fazit zogen die Vertreter des ostbayerischen Handwerks bei der 1. Vollversammlung 2017 der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Bad Griesbach. Die zweitägige Veranstaltung im Thermenhotel Viktoria widmete sich der Frage, welche digitalen Technologien bereits möglich und für das Handwerk geeignet sind. Beim "Markt der Möglichkeiten" konnten die Teilnehmer einen Blick in die Praxis werfen: Vom 3D-Laserscan über eine VR-Brille für die optimale Badplanung bis hin zum digitalen Schweißen - fünf Aussteller stellten ihre bereits angewendeten Technologien vor.

 An Beteiligung am digitalen Wandel führt kein Weg vorbei

Während in der Gesamtwirtschaft 42 Prozent der Unternehmen künftig in die Digitalisierung investieren wollten, seien es im Handwerk nur 30 Prozent, zitierte Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, eine Studie der KfW-Bankengruppe. Der Rückstand liege aber nicht an mangelndem Interesse. Für kleinere Betriebe sei es vielmehr schwer, eine umfassende Digitalisierungsstrategie aufzusetzen. "Doch gerade jetzt, wo es dem Handwerk gut geht, müssen wir den Blick nach vorne richten", plädierte der Präsident. Wer den digitalen Wandel nicht mitmache, den werde es bald nicht mehr geben. Der Meinung schloss sich der stellvertretende Landrat des Landkreises Passau, Klaus Jeggle, an: "Wir können die Digitalisierung nicht aufhalten, wir dürfen nicht jammern, sondern müssen den Wandel gestalten."

 Die Suche nach einem Handwerker habe sich grundlegend geändert, so die beiden HWK-Bereichsleiter Alexander Stahl und Andreas Keller. "Der Handwerker muss virtuell zum Kunden kommen, ob mit eigenem Webshop oder über einen Online-Marktplatz." Die Erwartungshaltung an eine schnelle Kundekommunikation sei immens gestiegen.

 Neues Digitalisierungszentrum in Schwandorf geplant

Die Digitalisierung fordere neue Lernwelten in der Berufsausbildung, sagten stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt und HWK-Bereichsleiter Wolfgang Reif. Umfassende Medienkompetenzen stünden künftig bei Schülern und Ausbildern im Zentrum. Deshalb stelle sich die Handwerkskammer neu auf: mit einem neuen Digitalisierungszentrum in Schwandorf. Dieses soll in den kommenden zwei Jahren in Betrieb gehen – zum einen als zentrale Koordinierungsstelle für digitale Themen aller Fachbereiche, zum anderen als Ausbildungsstelle. Im "Zentrum für digitale Gebäudetechnik" würden künftig "Smart Home-Profis" ausgebildet.

Wie es um die Basis für sämtliche digitalen Werkzeuge, die Breitband- und Mobilfunkversorgung, steht, erläuterte HWK-Abteilungsleiter Christian Stachel. 97 Prozent der Gemeinden in Bayern seien im Förderverfahren, gerade Ostbayern sei gut aufgestellt. Nachholbedarf machte er bei der mobilen Datenübertragung aus: „Noch immer gibt es viele Funklöcher in unserem Gebiet. Das ist für die Kommunikation auf Baustellen ein großes Problem.“

 HWK-Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler, fasste zusammen: "Am Ende zählen heute und morgen die Qualität der handwerklichen Leistungen." Doch jeder Betrieb müsse seine digitalen Mittel finden, die für ihn Sinn machen. "Das Handwerk ist anpassungsfähig und wird den Wandel für sich nutzen."



Toni Hinterdobler

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