Prüfungen

Im Überblick

Zuständigkeiten

Für die Abnahme der Gesellen-/Abschlussprüfungen errichtet die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Prüfungsausschüsse. Die Handwerkskammer hat die Kreishandwerkerschaften beziehungsweise selbständige Innungen mit der Durchführung und Organisation als „geschäftsführende Stelle“ beauftragt. Welcher Prüfungsausschuss beziehungsweise welche geschäftsführende Stelle für die Durchführung der Gesellen- und Abschlussprüfungen zuständig sind, erfahren Sie im Verzeichnis der Ausbildungsberufe.

Prüfungsarten

Am Ende der Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf findet die Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung statt. Die Durchführung der Gesellenprüfung (für handwerkliche Berufe, zum Beispiel Friseur, Kfz-Mechatroniker) ist in der Handwerksordnung (HwO) gesetzlich geregelt. Bei den nicht-handwerklichen Berufen findet am Ende der Lehrzeit eine Abschlussprüfung (zum Beispiel Bürokaufmann, Automobilkaufmann) nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetz (BBiG) statt.

Während der Berufsausbildung wird zur Ermittlung des Ausbildungsstandes mindestens eine Zwischenprüfung durchgeführt. Die Zwischenprüfung findet überwiegend vor dem Ende des 2. Ausbildungsjahres statt. Die Prüfungsinhalte ergeben sich für alle Prüfungen aus den jeweiligen Ausbildungsordnungen.

Gestreckte Gesellen-/ Abschlussprüfung

Die Gesellen-/Abschlussprüfung wird dabei in zwei zeitlich auseinanderfallende Prüfungsteile gegliedert, das heißt die Zwischenprüfung wird zum Teil 1 der Gesellen-/Abschlussprüfung aufgewertet. Aus den Ergebnissen der Teile 1 und 2, die je nach Beruf verschieden gewichtet werden, wird das Gesamtergebnis der Prüfung gebildet. Grundlage ist die jeweilige Ausbildungsordnung der entsprechenden Ausbildungsberufe.

Für folgende Ausbildungsberufe wird die gestreckte Gesellen-/ Abschlussprüfung durchgeführt:

  • Ausbildungsordnung zum Augenoptiker (ab 01.08.2011)
  • Ausbildungsordnung zum Bootsbauer (ab 01.08.2011)
  • Ausbildungsordnung zum Elektroniker (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Feinwerkmechaniker (ab 01.04.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Friseur (ab 01.08.2008)
  • Ausbildungsordnung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Kaufmann im Einzelhandel (ab 01.08.2009)
  • Ausbildungsordnung zum Kraftfahrzeugmechatroniker (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Mechatroniker (ab 01.08.2011)
  • Ausbildungsordnung zum Mechatroniker für Kältetechnik (ab 01.08.2007)
  • Ausbildungsordnung zum Metallbauer (ab 01.04.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Systemelektroniker (ab 01.08.2003)
  • Ausbildungsordnung zum Technischen Modellbauer (ab 01.08.2009)
  • Ausbildungsordnung zum Technischen Produktdesigner (ab 01.08.2011)
  • Ausbildungsordnung zum Technischen Systemplaner (ab 01.08.2011)
  • Ausbildungsordnung zum Zerspanungsmechaniker (ab 01.08.2008)
  • Ausbildungsordnung zum Zweiradmechaniker (ab 01.08.2003)

Anmeldung

Die Anmeldung beziehungsweise der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist durch den Lehrling schriftlich unter Verwendung der von der Handwerkskammer vorgegebenen Formulare vorzunehmen. Die Anmeldeformulare werden dem Lehrling über den Ausbildungsbetrieb für die jeweiligen Prüfungen von der geschäftsführenden Stelle zugesandt.

Zulassungsvoraussetzungen

Zur Gesellen-/Abschlussprüfung ist zuzulassen,

  • wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,
  • wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt hat,
  • wessen Berufsausbildungsverhältnis in die Lehrlingsrolle eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Lehrling noch dessen gesetzliche Vertreter zu vertreten haben.

Sofern die Gesellen-/Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen (Gestreckte Prüfung) durchgeführt wird, ist über die Zulassung jeweils gesondert zu entscheiden.

Zum Teil 1 der Gesellen-/Abschlussprüfung ist zuzulassen,

  • wer die in der Ausbildungsordnung vorgeschriebene, erforderliche Ausbildungszeit zurückgelegt hat,
  • wer vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt hat und
  • wessen Berufsausbildungsverhältnis in die Lehrlingsrolle eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Lehrling noch dessen gesetzliche Vertreter zu vertreten haben.

Zum Teil 2 der Gesellen-/Abschlussprüfung ist zuzulassen,

  • wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,
  • wer am Teil 1 der Gesellen-/Abschlussprüfung teilgenommen hat und
  • wer vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt hat und
  • wessen Berufsausbildungsverhältnis in die Lehrlingsrolle eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Lehrling noch dessen gesetzliche Vertreter zu vertreten haben.

Sonderzulassungen

Weitere Zulassungen zur Gesellen-/Abschlussprüfung sind unter anderem in folgenden besonderen Fällen möglich:

  • der Lehrling kann nach Anhörung des Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf seiner Ausbildungszeit zur Gesellen-/Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen (§ 37 Abs. 1 HwO). Antrag auf vorzeitige Zulassung
  • zur Gesellen-/Abschlussprüfung ist auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll (§ 37   Abs. 2 HwO). Informationen zur Externenprüfung; Antrag auf Zulassung ohne Nachweis einer Lehre

Über die Zulassung zur Gesellen-/Umschulungsprüfung entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Hält er die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss (§ 37 a HwO).

Über die Zulassung zur Abschluss-/Umschulungsprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen für nicht gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss (§ 46 BBiG).

Prüfungsanforderungen

Durch die Gesellen-/Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In ihr soll der Prüfling nachweisen, dass er die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.

Prüfungstermine

Grundsätzlich finden Gesellen-/Abschlussprüfungen zweimal im Jahr statt. Die Termine für die schriftlichen Prüfungen, die im Bezirk der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz abgehalten werden, werden durch die Handwerkskammer im Internet regelmäßig bekanntgegeben.

Für die praktischen Prüfungen gibt es keine einheitlichen Termine. Diese werden von der geschäftsführenden Stelle in Absprache mit dem Prüfungsausschuss festgelegt und können dort erfragt werden.

Häufige Fragen

Unter welchem Prüfungszeitraum fällt der Prüfling bei Erstablegung der Gesellen-/Abschlussprüfung?

An Winterprüfungen können Lehrlinge teilnehmen, die in der Zeit vom 01.11. eines Jahres bis zum 30.04. des drauffolgenden Jahres auslernen. Im Sommer können Lehrlinge die Gesellen-/Abschlussprüfung ablegen, die in der Zeit vom 01.05. bis zum 31.10. eines Jahres ihre Ausbildung beenden. Sollte ein Lehrling in der jeweils früheren Prüfungsperiode antreten wollen, so muss er einen Antrag auf vorzeitige Zulassung stellen. „Externe“ Prüflinge (ohne Ausbildungsvertrag) oder Wiederholer ohne eingetragene Lehrzeitverlängerung müssen sich wegen der Prüfungsteilnahme mit der geschäftsführenden Stelle in Verbindung setzen.

Ist der Prüfling für die Zeit der Prüfung freizustellen?

Ja! Der Ausbildungsbetrieb muss den Auszubildenden für alle Prüfungen freistellen. Jugendliche Auszubildende (unter 18 Jahre) sind gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz an dem Arbeitstag, der unmittelbar den schriftlichen Prüfungen vorangeht, freizustellen.

Was passiert bei Krankheit, Nichterscheinen oder Abbruch der Prüfung?

Bei Krankheit:

Wird der Prüfungsteilnehmer vor Beginn der Prüfung krank, muss umgehend die geschäftsführende Stelle des Prüfungsausschusses hierüber informiert werden und ein ärztliches Attest nachgereicht werden. Die Prüfung gilt dann als nicht abgelegt. Der Prüfling wird zum nächsten Prüfungstermin erneut eingeladen.

Erkrankt der Prüfling während der Prüfung, gilt die Prüfung als nicht abgelegt, wenn der Prüfling ein ärztliches Attest bei der geschäftsführenden Stelle des Prüfungsausschusses umgehend vorlegt. Die Prüfung wird dann beim nächsten Prüfungstermin erneut abgelegt.

Legt der Teilnehmer kein ärztliches Attest vor, gilt die Prüfung als nicht bestanden!

Bei Nichterscheinen:

Hier ist zu unterscheiden, ob sich der Prüfling unverzüglich entschuldigt und ein wichtiger Grund vorliegt (zum Beispiel mit ärztlichem Attest) oder ob er unentschuldigt fehlt. Hat der Prüfling eine nachgewiesene und begründete Entschuldigung, kann er von der Prüfung zurücktreten, so dass der Versuch nicht zählt.
Bei unentschuldigtem Fernbleiben gilt die Prüfung als nicht bestanden.

Bei Abbruch der Prüfung:

Wird der Prüfungsteilnehmer während der Prüfung krank und kann er dies durch ein ärztliches Attest belegen oder liegt ein anderer wichtiger Grund vor, so gilt die Prüfung als nicht abgelegt und kann beim nächsten Prüfungstermin erneut abgelegt werden. Wird die Prüfung unentschuldigt abgebrochen, gilt die Prüfung als nicht bestanden; schon erbrachte Prüfungsleistungen werden nicht anerkannt.

Wer stellt das Material und Werkzeug für die Prüfung zur Verfügung?

Soweit Werkzeuge und Materialien nicht für die Prüfung vom Prüfungsausschuss zur Verfügung gestellt werden, muss der Ausbildungsbetrieb diese dem Auszubildenden für die Prüfung kostenlos zur Verfügung stellen. Die für die Prüfung notwendigen Werkzeuge und Materialien werden von der geschäftsführenden Stelle des Prüfungsausschusses bei der Einladung zur Prüfung bekannt gegeben.

Wer bezahlt die Prüfungsgebühren?

Besteht ein Ausbildungsvertrag, müssen die Prüfungsgebühren vom Ausbildungsbetrieb gezahlt werden. Dies gilt auch bei Wiederholungsprüfungen, wenn die Ausbildungszeit verlängert wurde. Nimmt ein sogenannter „Externer“ (Teilnehmer ohne Ausbildungsvertrag) an der Prüfung teil, muss er die Prüfungsgebühren selber tragen. Analog trifft dies auch bei Wiederholern ohne Lehrzeitverlängerung zu.

Was sind die Folgen einer bestandenen Gesellen-/Abschlussprüfung?

Hat der Auszubildende die Gesellen-/Abschlussprüfung bestanden, endet damit das Ausbildungsverhältnis und zwar mit dem Zugang der Mitteilung des Ergebnisses, die von der geschäftsführenden Stelle des Prüfungsausschusses ausgestellt wird. Das Ausbildungsverhältnis läuft nicht weiter bis zum möglicherweise im Vertrag vereinbarten späteren Datum und muss auch nicht gekündigt werden.

Beispiel: Wenn das Ausbildungsverhältnis am 31.08. eines Jahres laut Lehrvertrag endet und die Ergebnismitteilung am 13.08. eines Jahres eingeht, so endet das Ausbildungsverhältnis mit Zugang des Ergebnisses am 13.08. eines Jahres. Sollte das Lehrverhältnis lt. Lehrvertrag jedoch vor Zugang des Prüfungsergebnisses enden, so gilt das im Lehrvertrag festgelegte Lehrzeitende.

Beispiel: Wenn das Ausbildungsverhältnis lt. Lehrvertrag am 31.08. eines Jahres endet und dass Prüfungsergebnis erst am 03.09. eines Jahres eingeht, endet das Lehrverhältnis bereits am 31.08. eines Jahres. Der Lehrling muss seinen Ausbildungsbetrieb umgehend von der bestandenen Prüfung in Kenntnis setzen.

Was sind die Folgen einer nicht bestandenen Gesellen-/Abschlussprüfung?

Hat der Auszubildende die Gesellen-/Abschlussprüfung nicht bestanden, so hat er Anspruch darauf, die Lehrzeit beim Ausbildungsbetrieb zu verlängern. Die Verlängerungsabsicht muss jedoch durch den Auszubildenden dem Ausbildungsbetrieb umgehend mitgeteilt werden.

Der Ausbildungsvertrag verlängert sich zunächst bis zur nächsten Wiederholungsprüfung. Wird die Prüfung wiederum nicht erfolgreich abgeschlossen, kann der Prüfling erneut seine Lehrzeit verlängern. In diesem Fall muss der Betrieb den Ausbildungsvertrag noch bis zum Ablauf eines Jahres, gerechnet von dem ursprünglichen Vertragsende, verlängern. Mit Ablauf des Jahres endet das Berufsausbildungsverhältnis jedenfalls. Diesen Verlängerungswunsch muss der Auszubildende seinem Ausbildungsbetrieb ebenso umgehend mitteilen. Auch die Handwerkskammer ist unverzüglich über die Lehrzeitverlängerungen schriftlich zu informieren.

Was passiert, wenn der Auszubildende den Ausbildungsvertrag nicht verlängern möchte?

In diesem Fall endet das Ausbildungsverhältnis an dem im Ausbildungsvertrag vereinbarten Datum. Es endet durch Zeitablauf und muss nicht gekündigt werden. Der Auszubildende hat jedoch auch ohne Lehrverhältnis das Recht, die Gesellenprüfung zweimal zu wiederholen. Er muss sich nun jedoch selbst zur nächsten Wiederholungsprüfung anmelden. Auch die Prüfungsgebühren muss er selbst tragen.

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